t61 so killt der tierarzt
t61 "ERLÖSUNBG VOM TIERARZT"
Wirkungsmechanismus
Embutramid ist ein Abkömmling der ?-Hydroxybuttersäure und vermag die Blut-Hirn-Schranke zu durchtreten. Es bewirkt einen langen und tiefen Bewusstseinsverlust (Hypnose) und wirkt sehr stark dämpfend auf das Atemzentrum im Hirnstamm. Seine geringe therapeutische Breite macht es für die Allgemeinanästhesie unbrauchbar. Höhere Dosen bewirkten im Versuch am Hund Atemstillstand und schwere Herzrhythmusstörungen.[2]
Für die sichere Wirkung muss Embutramid mit weiteren geeigneten Wirkstoffen kombiniert werden. So bewirkt etwa das Muskelrelaxans Mebezonium an der motorischen Endplatte eine Dauerdepolarisation und entspannt dauerhaft die Skelett- und damit auch die Atemmuskulatur – es kommt zum Atemstillstand. Das in der Humanmedizin zur Malariabehandlung eingesetzte Chloroquin dämpft bei Hunden die Herztätigkeit und führt durch Gefäßerweiterung zum Blutdruckabfall.[2] Lokalanästhetika wie Tetracain oder Lidocain verhindern lokale Schmerzreaktionen, die insbesondere bei Injektionen in die Lunge, aber auch bei intravenöser Gabe auftreten können. Intravenös wirken Tetracain und Lidocain depressiv auf die Herztätigkeit und das zentrale Nervensystem.
Durch eine entsprechende Kombination von Wirkstoffen wird ein sofortiger Bewusstseinsverlust, Atem- und Herzstillstand hervorgerufen.

Handelspräparate
Ein Kombinationspräparat mit 200 mg Embutramid, 50 mg Mebezonium und 5 mg Tetracain je ml wird weltweit von der Firma Intervet (MSD-Unternehmensgruppe) bzw. ihren Vertriebspartnern unter den Handelsnamen T 61 (beispielsweise in D, A, CH, NL) oder Tanax (beispielsweise in I) vertrieben. Als Lösungsmittel für die Arzneistoffe wird eine Dimethylformamid-Wasser-Mischung verwendet.
Ausschließlich für Hunde wurde in den USA unter dem Namen Tributame Euthanasia Solution (Teva Animal Health) ein Kombinationspräparat zugelassen, das 135 mg Embutramid, 45 mg Chloroquinphosphat und 1,9 mg Lidocain je ml enthält.[2]
Anwendung
T 61 darf ausschließlich von Tierärzten sowie als Tötungsmittel im Rahmen von Tierversuchen angewendet werden. Bei lebensmittelliefernden Tieren ist die Anwendung gemäß Verordnung (EG) Nr. 470/2009 verboten. Das Mittel wird intravenös (eventuell intrakardial) angewendet, da nur so der unterschiedlichen Pharmakokinetik der Inhaltsstoffe Rechnung getragen wird. In Ausnahmefällen wird T 61 bei fehlendem intravenösen Zugang auch intrapulmonal (in die Lunge) oder intraperitoneal (in die Bauchhöhle) eingesetzt, hier sollten aber andere Medikamente bevorzugt werden.[3]

T 61 wirkt in wenigen Sekunden bis Minuten. Bei intravenöser Gabe ist die korrekte Injektion der gesamten Dosis in die Vene unbedingt sicherzustellen. Unter ungünstigen Umständen oder durch falsche Anwendung kann es zu einem Ersticken bei Bewusstsein kommen,[4] was einen qualvollen Tod bedeutet und sich über Stunden hinziehen kann. Die Anwendung von T 61 als alleiniges Mittel zur Euthanasie ist daher umstritten. Um das Ziel einer schmerzlosen Tötung sicher zu erreichen, verabreichen Tierärzte vor der Anwendung von T 61 ein Narkosemittel in starker Dosierung. Die für nicht bewusstlose Tiere bestehenden Gegenanzeigen der intrapulmonalen und intrakardialen Gabe wurden in europäischen Ländern (etwa D, A, CH, I) auf Initiative des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) um die intravenöse Gabe erweitert, so dass T 61 generell nur noch bei bewusstlosen (narkotisierten) Tieren angewendet werden darf.[5]
Die Anwendung an trächtigen Tieren ist ebenfalls eine Gegenanzeige (Kontraindikation).
Gelegentlich wurden Fälle von Missbrauch beim Menschen durch Suizidenten beschrieben. BRAVO
Akute Toxizität
LD50
Ratte: oral 1550 mg/kg
Maus: i.v. 61,5 mg/kg
Symptome
- Eine subkutane Injektion von T 61® oder Tanax® führt zu einer lokalen Entzündung. Der Patient erholt sich bei entsprechender Behandlung meist innerhalb kurzer Zeit.
- Die Verabreichung einer grösseren Dosis T 61® oder Tanax® kann zu einem Lungenödem und anderen Gewebsschäden führen (Giorgi 2000a).
- Bei intravenöser Anwendung und hoher Dosierung fällt der Patient innerhalb kurzer Zeit in ein Koma, gefolgt von Atemstillstand und Tod.
- Nach oraler Aufnahme treten folgende Symptome, abhängig von der Dosierung, auf: gastrointestinale Störungen, kardio-respiratorisches Versagen, Hypoxie der Körpergewebe (mögliche Folge: Nierenversagen) und Koma (Giorgi 2000a; Hantson 1996).
- Eine verzögerte Form der Toxizität wird aufgrund der Komponente Dimethylformamid (DMF) erst nach 4 - 8 Tagen beobachtet. Dies ist vor allem nach oraler und vereinzelt auch nach parenteraler Anwendung zu beobachten (Giorgi 2000a). Zu den Symptomen zählen epigastrische Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Irritationen der Mukosa, Anorexie und Hepatotoxizität (Giorgi 2000a; Buylaert 1996).
Therapie Embutramid besitzt kein spezifisches Antidot. Es kann nur mit einer adequaten symptomatischen Therapie (kardiopulmonäre Wiederbelebung) behandelt werden. Eine Diurese fördert die renale Ausscheidung von Embutramid und Mebezonium. Eserin kann zur Antagonisierung des Mebezoniums verwendet werden (Giorgi 2000a). Mit dem Präparat Tributame Euthanasia Solution soll durch Verzicht auf eine muskelrelaxierende Komponente ein früh einsetzender Atemstillstand, solange der Hund noch bei Bewusstsein ist, vermieden werden.[6] Das Mittel ist nicht zum Einschläfern von Katzen geeignet.[2]